Gratulation, die Wärmepumpen-Diskussion hat einen neuen Mythos erhalten, welchen wir so auch nicht erwartet haben. Seit dem Stromausfall in Berlin kursiert in sozialen Medien ein beunruhigendes Gerücht: Wärmepumpen könnten bei Stromausfall und Dauerfrost explodieren. Was steckt dahinter? Wir von Team Hörmann – Ihrem SHK-Experten in Friedrichshafen am Bodensee haben die Fakten geprüft und zeigen, wie Sie Ihre Wärmepumpe sicher durch den Winter bringen.
Stromausfall im Winter – Risiko für Monoblock-Wärmepumpen
Ob Gas-, Öl- oder Wärmepumpe: Alle Heizsysteme benötigen Strom, da alle modernen Heizsysteme Elektronik verbaut haben, welche ohne Strom nicht läuft. Und ja, bei Monoblock-Wärmepumpen kann ein längerer Stromausfall bei Frost zu Schäden führen – aber nur unter bestimmten Bedingungen:
- Stromausfall über 10 Stunden
- Dauerfrost mit zweistelligen Minusgraden
- Fehlende Dämmung und Frostschutzmaßnahmen
- Bei sogenannten Split-Anlagen tritt dieses Problem gar nicht erst auf
- Eine Monoblock-Wärmepumpe ist eine Art von Luft/Wasser-Wärmepumpe, bei der alle Komponenten des Kältekreislaufs in einem einzigen Gerät integriert sind. Diese Geräte werden im Außenbereich aufgestellt und erzeugen Wärme aus der Außenluft, die dann über unterirdische Leitungen ins Haus transportiert wird. Im Gegensatz zu Split-Modellen, bei denen die Komponenten auf zwei Einheiten verteilt sind, bietet die Monoblock-Wärmepumpe eine kompakte Lösung.
Mythos Explosion – Warum die Gefahr bei Wärmepumpen praktisch ausgeschlossen ist
Monoblock-Wärmepumpen nutzen oft Propan (R290) als Kältemittel. Ja, Propan ist brennbar – aber die Menge ist minimal (1,5–2 kg) und befindet sich im Außengerät. Damit es zu einer Explosion kommt, müssten mehrere extrem unwahrscheinliche Faktoren zusammentreffen:
- Ein Leck im Kältemittelkreislauf (reiner Frost reicht nicht für ein Leck)
- Propan (R290) hat einen Schmelzpunkt/Gefrierpunkt von – 187,7 °C
- Gas gelangt ins Haus und erreicht eine explosionsfähige Konzentration – also umgerechnet eine ausreichende Menge Gas pro Kubikmeter Luft z.B. im Kellerraum
- Gleichzeitig tritt ein Zündfunke auf
- Entweicht das Gas in der Außeneinheit, müssten Sie z.B. genau neben dem Leck rauchen oder einen Zündfunken starten
- Propan verflüchtig sich bei einem Austritt in der Außeneinheit sofort in die Umgebungsluft
- Kam oder kommt es bei der Außeneinheit zu einem Leck, schaltet die Wärmepumpe automatisch ab und geht auf Störung - sowohl bei Propan-Austritt wie auch bei Problemen mit Wasser führenden Leitungen
Expertenmeinung des Bundesverband Wärmepumpen auf t-online:
„Sofern Wärmepumpen, die mit R290 betrieben werden, fach- und sachgerecht nach Normen und Herstellerangaben installiert und betrieben werden, ist die Explosion einer entsprechenden Anlage mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen.“
Vergleich: Eine Gasheizung führt täglich 10 kg Erdgas ins Haus – das Risiko ist dort um ein Vielfaches höher.
Fazit: Keine Panik – Wärmepumpen sind sicher
Wir dachten als Heizungsfachbetrieb hätten wie schon jeden Mythos gehört. Aber das Gerücht der explodierenden Wärmepumpen, war uns auch neu. Kurz: Die Angst vor explodierenden Wärmepumpen ist unbegründet. Frostschäden lassen sich mit einfachen Maßnahmen vermeiden. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt auf gute Dämmung (was jeder Fachbetrieb machen sollte) und regelmäßige Wartung. So bleibt Ihre Wärmepumpe auch im härtesten Winter und im Notfall auch bei Stromausfall zuverlässig und sicher.
Wer eine PV-Anlage inkl. Batteriespeicher mit eingebauter Notstrom-Funktion hat, kann bei Stromausfall seine Wärmepumpe auch in regelmäßigen Abständen starten.


