Gasheizung 2026: Wann lohnt sie sich noch – und wann nicht mehr?

Gasheizungen geraten seit 2025 zunehmend unter Druck. Doch es gibt Ausnahmen, in denen sich eine Investition noch lohnen kann. Dieser Beitrag beleuchtet, in welchen Fällen eine Gasheizung wirtschaftlich sinnvoll bleibt – und wann alternative Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Hybridlösungen klar im Vorteil sind.

Gesetzliche Rahmenbedingungen für Gasheizungen ab 2026

Was ändert sich gesetzlich?

Mit dem neuen Gebäudeenergiegesetz (GEG // Stand inkl. 2025) verschärft sich der regulatorische Rahmen für fossile Heizsysteme deutlich. Ab 2028 dürfen neue Gasheizungen nur noch eingebaut werden, wenn sie zu mindestens 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden – etwa in Form einer Hybridlösung mit Wärmepumpe oder Solarthermie. Spätestens 2045 endet zudem der Betrieb mit fossilem Erdgas vollständig. Ab dann sind ausschließlich klimaneutrale Gase wie Biomethan oder Wasserstoff zulässig. Bereits ab 2024 entfällt außerdem die staatliche Förderung für reine Gasheizungen. Fördermittel werden nur noch für Heizsysteme mit hohem Erneuerbaren-Anteil vergeben. Diese Vorgaben verdeutlichen, dass die Gasheizung 2026 keine langfristig tragfähige Lösung mehr ist und machen Hybridlösungen zur Voraussetzung für langfristige Nutzung.

Wirtschaftlichkeit: Gasheizung vs. alternative Heizsysteme

Anschaffung und Betrieb

Gasheizungen gelten in der Anschaffung nach wie vor als vergleichsweise günstig. Je nach System und Gebäudestruktur liegen die Investitionskosten inklusive Einbau zwischen 8.000 und 13.000 Euro. Damit ist die Gasheizung oft preislich attraktiver als eine Wärmepumpe, insbesondere in Bestandsgebäuden mit vorhandener Gasinfrastruktur. Die Betriebskosten hingegen entwickeln sich zunehmend nachteilig. Steigende Gaspreise, die schrittweise Einführung des CO₂-Preises, steigende Netzentgelte sowie der kommende europäische Emissionshandel (2028 // ETS2) führen zu einer kontinuierlichen Verteuerung des fossilen Heizens. Dadurch wird der wirtschaftliche Vorteil bei der Anschaffung bereits mittelfristig relativiert.

Effizienz im Vergleich

Moderne Gasheizungen, insbesondere Brennwertgeräte, erreichen einen Wirkungsgrad von bis zu 98 Prozent und arbeiten deutlich effizienter als ältere Heizwertgeräte. Dennoch sind sie gegenüber Wärmepumpen klar im Nachteil. Während Gasheizungen Energie durch Verbrennung erzeugen, nutzen Wärmepumpen Umgebungswärme und kommen mit deutlich weniger Energieeinsatz aus (Wirkungsgrad 300 - 500 %). Das wirkt sich sowohl auf die Betriebskosten als auch auf die CO₂-Bilanz aus. In Gebäuden mit geeigneter Dämmung oder nach energetischer Sanierung schneiden Wärmepumpen auch hinsichtlich der Effizienz besser ab. Die Gasheizung 2026 kann in dieser Hinsicht nicht mehr mit modernen, regenerativen Technologien konkurrieren.

Vorteile der Gasheizung – kurzfristig betrachtet

  • Geringe Investitionskosten bei Neuinstallation
  • Einfache Integration in bestehende Systeme, insbesondere bei vorhandenem Gasanschluss
  • Kompakte Bauweise und ausgereifte Technik

Nachteile der Gasheizung – langfristig entscheidend

  • Stark steigende Kosten durch CO₂-Bepreisung & steigende Netzentgelte
  • Rechtliche Unsicherheiten und regulatorischer Ausstiegspfad
  • Keine Förderung, schlechtere Umweltbilanz
  • Begrenzte Zukunftsfähigkeit durch Verbote fossiler Brennstoffe ab 2045

In welchen Fällen lohnt sich eine Gasheizung 2026 noch?

Die Gasheizung kann unter bestimmten Voraussetzungen auch 2026 noch eine sinnvolle Option darstellen – allerdings nur in klar begrenzten Ausnahmefällen. Als Übergangslösung bei defekter Heizungsanlage oder in Fällen, in denen der sofortige Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem wirtschaftlich oder technisch nicht möglich ist, bietet sie kurzfristige Vorteile (aber langfristig deutliche Nachteile). Ebenso kann sie im Rahmen eines Hybridheizsystems eingesetzt werden, um die gesetzlich geforderte Mindestquote an erneuerbarer Energie zu erfüllen und Versorgungssicherheit bei hohen Lastspitzen zu gewährleisten (z.B. große Mehrfamilienhäuser). Bei sehr knappem Budget kann die Entscheidung zugunsten einer Gaslösung zunächst wirtschaftlich erscheinen – allerdings sollte bereits bei der Planung eine spätere Umstellung einkalkuliert werden und definitiv die Langzeitkosten mit einkalkuliert werden.

CO₂-Bepreisung: Der zentrale Kostenfaktor für Gasheizungen

Entwicklung der CO₂-Kosten

JahrCO₂-Preis (pro Tonne)Jahreskosten (20.000 kWh)
202445 €ca. 194 €
202555 €ca. 237 €
2028≥75–200 €>500–1.000 €
2030bis zu 300 €>1.000 €

Ab 2028 wird der Preis über den ETS2-Emissionshandel an der Börse gehandelt – mit stark steigender Tendenz durch verknappte Zertifikate.

Langfristige Folgen

  • CO₂-Kosten summieren sich bereits bis 2035 auf mehrere tausend Euro
  • Steigende Netzentgelte
  • Heizen mit Gas wird jährlich teurer 
  • Nachhaltige Heizsysteme gewinnen deutlich an Attraktivität
  • Bei dieser Berechnung ist der rein Gaspreis noch nicht miteinkalkuliert
  • Jede Verschiebung der Weltpolitik hat Auswirkungen auf den Gaspreis

Horrorvorstellung: Was tun, wenn Ihr Gasanbieter aussteigt?

In immer mehr Regionen Deutschlands planen Energieversorger und Netzbetreiber, mittelfristig aus dem Gasgeschäft auszusteigen und die Gasnetze stillzulegen. Besonders betroffen sind Gebiete mit geringer Anschlussdichte oder klaren kommunalen Strategien zur Dekarbonisierung der Wärmeversorgung. Ziel ist der flächendeckende Umstieg auf klimafreundliche Alternativen wie Wärmepumpen oder Fernwärme.

Für Haushalte bedeutet das konkret: Wird das Gasnetz in der Region komplett abgeschaltet, kann die vorhandene Gasheizung nicht weiterbetrieben werden. Meist erfolgt eine frühzeitige Information durch den Versorger – oft mehrere Jahre vor der Stilllegung. Was bei einer Lebensdauer von 20 Jahren bei einer Gasheizung aber auch sehr knapp werden kann. In dieser Zeit sollten sich Eigentümer aktiv mit den Alternativen beschäftigen. Häufig empfohlene Lösungen sind der Anschluss an ein Fernwärmenetz (sofern verfügbar) oder die Installation einer Wärmepumpe. Technologien wie Biomethan oder Wasserstoff gelten für private Haushalte derzeit als nicht flächendeckend verfügbar und wirtschaftlich kaum darstellbar.

Preisspirale – Netzentgelte auf weniger Schultern verteilt

Ein weiteres Problem: Sinkt die Anzahl der angeschlossenen Haushalte, steigen die Netzentgelte für die verbleibenden Nutzer deutlich an – ein zusätzlicher Kostenfaktor, der den Umstieg auf ein erneuerbares Heizsystem wirtschaftlich noch dringlicher macht. Städte wie Mannheim und Hannover haben bereits konkrete Zeitpläne für die Gasnetzstilllegung vorgelegt. Dort beginnt der schrittweise Rückbau teils schon ab 2027.

Rechnen Sie selbst: Sie bauen eine neue Gasheizung mit einer durchschnittlichen Betriebsdauer von 15-20 Jahren ein und 2-3 Jahre später verkündet ihr Energieversorger den Ausstieg mit einer Vorwarnzeit von fünf bis zehn Jahren?! Dann müssen Sie wechseln, ob es ihnen gefällt oder nicht. Dann führt kein Weg daran vorbei. Oder alternativ mit teilweise doppelten Kosten für grünen Wasserstoff rechnen.

Fazit: Die Gasheizung ist nur noch in wenigen Ausnahmefällen eine sinnvolle Option

Zwar kann sie kurzfristig eine kostengünstige Übergangslösung darstellen – etwa bei defekter Altanlage oder im Rahmen einer Hybridlösung –, doch rechtliche Vorgaben, CO₂-Bepreisung und steigende Betriebskosten sprechen klar gegen ihren langfristigen Einsatz. Hinzu kommt der geplante Ausstieg vieler Gasanbieter aus der fossilen Versorgung: In betroffenen Regionen entfällt die Option zur Weiternutzung vollständig. Wer heute noch in eine Gasheizung investiert, muss sich der begrenzten Zukunftsfähigkeit bewusst sein. Der frühzeitige Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme wie Wärmepumpen oder Fernwärme ist daher nicht nur ökologisch, sondern zunehmend auch ökonomisch die überlegene Entscheidung.

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Wer weiterhin mit Gas heizt, riskiert steigende Betriebskosten und fehlende Planungssicherheit. Der Umstieg auf ein förderfähiges, nachhaltiges Heizsystem zahlt sich langfristig aus – ökologisch wie wirtschaftlich.

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FAQ: Häufige Fragen zur Zukunft der Gasheizung

Ja, ab 2045 ist der Betrieb mit fossilem Erdgas nicht mehr erlaubt. Stand 2025/2026.

Nein, ab 2024 sind reine Gasheizungen nicht mehr förderfähig.

Ja, wenn sie mindestens 65% erneuerbare Energien integriert, kann sie eine sinnvolle Übergangslösung sein.

Die Kosten können bis 2035 über 1.000 € jährlich betragen – je nach Verbrauch und CO₂-Preis. Steigende Netzentgelte nicht berücksichtig.

Ja, insbesondere wegen staatlicher Förderung, geringerer Betriebskosten und gesetzlicher Sicherheit.