Gasheizung oder Wärmepumpe? Studien zeigen die Kosten bis 2045

Die Heizung funktioniert. Die Wartung wurde gerade erledigt und eigentlich gibt es keinen akuten Handlungsbedarf. Genau so denken aktuell viele Hausbesitzer in Friedrichshafen, Markdorf, Tettnang, Meckenbeuren, Kressbronn, Ravensburg, Wasserburg und im gesamten Bodenseekreis.

Doch während die eigene Gasheizung heute noch zuverlässig Wärme liefert, verändert sich im Hintergrund der gesamte Wärmemarkt. Neue gesetzliche Vorgaben, steigende CO₂-Kosten, die Zukunft der Gasnetze und die Transformation der Energieversorgung werfen eine entscheidende Frage auf:

Lohnt sich eine Gasheizung langfristig noch?

Zwei aktuelle Studien liefern darauf bemerkenswert klare Antworten:

  • Das Fraunhofer IFAM untersuchte die Entwicklung der Gasnetze und Gasnetzentgelte bis 2045.
  • Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW Köln) analysierte die Entwicklung der Heizkosten von Gasheizungen bis 2045.

Obwohl beide Studien unterschiedliche Schwerpunkte haben, kommen sie zu einer ähnlichen Schlussfolgerung: Wer heute auf Gas setzt, muss sich auf deutlich steigende Kosten und wachsende Unsicherheiten einstellen.

Warum wird Gasheizen künftig teurer?

Viele Hausbesitzer schauen vor allem auf den aktuellen Gaspreis. Tatsächlich spielen in Zukunft jedoch mehrere Faktoren eine Rolle:

  • Steigende CO₂-Kosten
  • Höhere Anteile klimaneutraler Gase wie Biomethan (genannt „Bio-Treppe“)
  • Steigende Gasnetzentgelte der Energieversorger
  • Sinkende Zahl von Gaskunden
  • Politische und regulatorische Veränderungen
  • Unbekannte internationale politische Ereignisse

Die Frage lautet künftig nicht mehr nur „Wie teuer ist Gas?“, sondern „Wie teuer wird das gesamte System Gasheizung?“

Studie 1: Warum die Gasnetzentgelte stark steigen könnten

Die Studie des Fraunhofer IFAM beschäftigt sich mit einer Frage, die viele Hausbesitzer bislang kaum auf dem Schirm haben:

Wer bezahlt künftig die Gasnetze?

Oft wird zu sehr auf Steuern und politisch festgesetzte Abgaben geschaut. Doch ein Faktor ist komplett unabhängig von wechselnden Regierungen. Gasleitungen müssen auch dann gewartet und finanziert werden, wenn immer weniger Menschen sie nutzen. Die Betreiber, also z. B. Stadt- und Regionalwerke, benötigten für den Unterhalt Geld.

Genau hier entsteht das Problem:

Je mehr Eigentümer auf Wärmepumpen, Wärmenetze oder andere Heizsysteme umsteigen, desto weniger Kunden verteilen die verbleibenden Kosten des Gasnetzes auf sich. Bereits heute werden rund 70 % aller Neubauten mit Wärmepumpen ausgestattet. Häuser, die also nie an das Gasnetz angeschlossen werden.

Laut den Berechnungen der Studie könnten die Netzentgelte von heute rund 2,33 Cent pro Kilowattstunde auf etwa 22 Cent pro Kilowattstunde bis 2045 ansteigen. Das entspricht nahezu einer Verzehnfachung.

Die Fraunhofer-Forscher warnen deshalb vor einer Situation, in der die letzten verbliebenen Gaskunden einen überproportional hohen Anteil der Infrastrukturkosten tragen müssen. Oder wie der Volksmund sagt: „Den letzten beißen die Hunde.“

Studie 2: So entwickeln sich die Heizkosten einer Gasheizung bis 2045

Das Institut der deutschen Wirtschaft betrachtet nicht nur die Netzentgelte, sondern die gesamten laufenden Kosten einer neuen Gasheizung. In die Berechnungen fließen ein:

  • Erdgaspreise
  • CO₂-Kosten
  • Gasnetzentgelte
  • Biomethan
  • zukünftige Grüngasquoten („Bio-Treppe“)
  • gesetzliche Vorgaben zur Dekarbonisierung

Das Ergebnis: Für einen typischen Haushalt steigen die jährlichen Heizkosten von etwa 1.080 Euro im Jahr 2026 auf rund 1.952 Euro im Jahr 2040 und etwa 2.366 Euro im Jahr 2045. Damit würden sich die laufenden Heizkosten mehr als verdoppeln.

Der größte Kostentreiber ist nicht der CO₂-Preis

Viele Medienberichte konzentrieren sich auf steigende CO₂-Abgaben, egal ob auf Bundes- oder EU-Ebene. Die IW-Studie zeigt jedoch ein anderes Bild.

Im Jahr 2040 stammen rund 74 Prozent der zusätzlichen Kosten aus den vorgeschriebenen Anteilen klimaneutraler Gase wie Biomethan oder vergleichbaren Energieträgern.

Das bedeutet: Selbst wenn der eigentliche Erdgaspreis moderat bleibt, können die gesetzlichen Anforderungen an den Brennstoffmix die Heizkosten deutlich erhöhen. Für Hausbesitzer entsteht dadurch ein zusätzliches Risiko: Niemand kann heute seriös vorhersagen, wie teuer Biomethan oder andere klimaneutrale Gase im Jahr 2040 oder 2045 sein werden.

Was bedeutet das für Hausbesitzer am Bodensee?

Für viele Eigentümer im Raum Friedrichshafen steht aktuell eine typische Situation an:

  • Das Haus wurde zwischen 1990 und 2010 gebaut.
  • Die Gasheizung ist 15 bis 25 Jahre alt.
  • Das Gebäude ist teilweise modernisiert.
  • Eine große Investition soll gut überlegt sein.

Genau hier beginnt die Abwägung zwischen kurzfristigen und langfristigen Kosten.

Option 1: Die bestehende Gasheizung weiter nutzen

Solange die Anlage zuverlässig läuft, kann das wirtschaftlich sinnvoll sein. Allerdings steigt das Risiko ungeplanter Reparaturen und eines späteren Heizungstauschs unter Zeitdruck.

Option 2: Noch einmal eine neue Gasheizung einbauen

Die Investitionskosten sind oft niedriger als bei einer Wärmepumpe, je nach Größe der Wärmepumpe. Dafür bestehen langfristig Unsicherheiten durch:

  • Steigende Gasnetzentgelte
  • CO₂-Kosten
  • Biomethanquoten
  • Zukünftige Gasmarktentwicklungen
  • internationale Politik

Option 3: Auf eine Wärmepumpe umsteigen

Die IW-Studie vergleicht die Kostenentwicklung einer neuen Gasheizung direkt mit einer Wärmepumpe.

Das Ergebnis: Die Wärmepumpe weist über den gesamten Betrachtungszeitraum deutlich niedrigere und weniger schwankende Betriebskosten auf. In Kombination mit einer eigene PV-Anlage wird, selbst beim Wegfall der Einspeisevergütung – ein „No-Brainer“ daraus. Eigener Strom vom Dach ist deutlich günstiger als eingekaufter Strom. Und selbst im Winter liefern moderne PV-Anlagen Strom.

Funktioniert eine Wärmepumpe auch im Altbau?

Eine der häufigsten Fragen unserer Kunden lautet: „Brauche ich dafür eine Fußbodenheizung?“ Nicht unbedingt. Viele moderne Wärmepumpen arbeiten heute auch in Bestandsgebäuden mit vorhandenen Heizkörpern effizient. Entscheidend sind unter anderem:

  • Heizlast des Gebäudes
  • Dämmstandard
  • Vorlauftemperatur
  • Zustand der Heizkörper
  • Individuelle Gebäudesituation und Familiensituation

Deshalb sollte jedes Haus separat geprüft werden.

Unser Fazit: Die eigentliche Frage lautet nicht „Gas oder Wärmepumpe?“

Die eigentliche Frage lautet: Welche Heizlösung verursacht in den nächsten 20-25 Jahren die geringsten Kosten und die geringsten Risiken? Die Auswertung beider Studien zeigt:

  • Gasheizungen werden voraussichtlich teurer. Die Ersparnis von heute wir zur Kostenfalle später.
  • Gasnetzentgelte dürften steigen.
  • Klimaneutrale Gase werden zusätzliche Kosten verursachen.
  • Die Kostenunsicherheit nimmt zu.
  • Wärmepumpen bieten langfristig eine höhere Planungssicherheit. Vor allem mit eigener PV-Anlage.

Für viele Hausbesitzer am Bodensee spricht deshalb einiges dafür, die Eignung einer Wärmepumpe zumindest prüfen zu lassen, bevor erneut in eine Gasheizung investiert wird.

Über Team Hörmann

Seit über 80 Jahren begleitet Team Hörmann Hausbesitzer im Raum Friedrichshafen, Markdorf, Tettnang, Meckenbeuren, Kressbronn, Ravensburg und Wasserburg bei der Modernisierung ihrer Heizungsanlagen.

Wir planen und installieren Wärmepumpen, Pelletheizungen und hybride Heizsysteme individuell für jedes Gebäude. Dabei betrachten wir nicht nur die Situation von heute, sondern auch die langfristige Entwicklung von Energiepreisen, Förderungen und gesetzlichen Vorgaben.

Unser Ziel: Eine Heizlösung, die auch in 10, 15 oder 20 Jahren noch wirtschaftlich sinnvoll und zukunftssicher ist.

Kostenlose Beratung zur Wärmepumpe

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Nein. Bestehende Gasheizungen dürfen weiterhin betrieben werden. Allerdings steigen die Anforderungen an klimafreundliche Brennstoffe und die laufenden Betriebskosten.

Niemand kennt die exakte Entwicklung. Studien gehen jedoch davon aus, dass die Netzentgelte deutlich steigen können, weil die Kosten auf immer weniger Nutzer verteilt werden müssen.

Das hängt vom Gebäude und dem Zeithorizont ab. Beide Studien zeigen jedoch, dass neue Gasheizungen künftig mit steigenden Kosten und Unsicherheiten rechnen müssen.

In vielen Fällen ja. Moderne Wärmepumpen können häufig auch mit bestehenden Heizkörpern betrieben werden. Eine individuelle Prüfung ist jedoch immer sinnvoll.

Wenn Ihre Heizung älter wird, lohnt sich eine frühzeitige Analyse. Wer rechtzeitig plant, kann Fördermöglichkeiten nutzen und vermeidet Entscheidungen unter Zeitdruck.