Die Solarbranche steht vor einem Wendepunkt. Nach vielen erfolgreichen Jahren mit stabilen Fördermechanismen plant die Bundesregierung, die Einspeisevergütung ab 2027 abzuschaffen. Was über zwei Jahrzehnte lang der wichtigste Motor des deutschen Photovoltaik-Ausbaus war, soll nun durch ein marktbasiertes Modell ersetzt werden: sogenannte Differenzverträge, kurz CfDs. Für private Hausbesitzer in Friedrichshafen und am Bodensee stellt sich nun die entscheidende Frage: Lohnt sich eine PV-Anlage in Zukunft überhaupt noch?
Der Bodenseeraum gehört zu den sonnenreichsten Regionen Süddeutschlands. Und doch wird sich das Geschäftsmodell „Solarstrom ins Netz einspeisen und dafür Geld bekommen“ grundlegend verändern. Umso wichtiger ist es zu verstehen, was auf Eigenheimbesitzer zukommt – und welche Rolle Wärmepumpen,Speicher und Eigenverbrauch künftig spielen.
Warum die Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen abgeschafft wird
Obwohl die Einspeisevergütung den Solarboom überhaupt erst möglich gemacht hat, ist sie inzwischen ein kostspieliges Instrument geworden. Der Staat übernimmt seit der Abschaffung der EEG-Umlage alle Ausgleichszahlungen an die Netzbetreiber – und diese summieren sich auf rund 18 Milliarden Euro im Jahr. Gleichzeitig fallen die Börsenstrompreise an sonnigen Tagen immer häufiger unter die Einspeisevergütung und teilweise sogar unter null. Das führt zu einer paradoxen Situation: Das System bezahlt Strom, obwohl der Markt gerade zeigt, dass er eigentlich im Überfluss vorhanden ist.
Die Regierung möchte diesen Widerspruch auflösen und die Photovoltaik stärker in den freien Strommarkt integrieren. Für neue Anlagen bedeutet das: Die bisherige Planungssicherheit eines festen Vergütungssatzes für 20 Jahre fällt weg. Wer die alten Regeln noch nutzen möchte, muss seine Anlage bis Ende 2026 installieren lassen.
Das neue Model ab 2027: Direktvermarktung statt garantierter PV-Vergütung
Die Zukunft der PV-Vergütung heißt Direktvermarktung. Das Prinzip ist einfach beschrieben, aber in der Praxis deutlich komplexer. Der erzeugte Solarstrom wird nicht mehr automatisch vom Netzbetreiber vergütet, sondern über einen Direktvermarkter an der Börse verkauft. Dort schwanken die Preise von Stunde zu Stunde, abhängig von Angebot und Nachfrage.
Damit der Verkauf überhaupt möglich ist, braucht jeder Betreiber künftig ein intelligentes Messsystem (Smart Meter), eine Fernsteuerungseinheit für die PV-Anlage und einen Vertrag mit einem Vermarkter. Letzterer übernimmt alle Prozesse – von der Prognose bis zur Abrechnung – verlangt dafür aber Gebühren. Und genau diese Kosten machen das Modell für kleinere Anlagen unwirtschaftlich.
Studien des Fraunhofer ISE zeigen, dass Betreiber kleiner PV-Dachanlagen heute etwa 15 Prozent mehr Eigenverbrauch bräuchten, um denselben wirtschaftlichen Ertrag wie unter der heutigen Einspeisevergütung zu erzielen. Für Haushalte mit geringem Stromverbrauch – also ohne Wärmepumpe, ohne Elektroauto, ohne Speicher – lohnt sich die Direktvermarktung daher kaum.
Warum bei Solaranlagen der Eigenverbrauch jetzt wichtiger wird als die Einspeisung
Die wirtschaftliche Bewertung verschiebt sich damit grundlegend: Nicht mehr die Einspeisung bestimmt die Rentabilität einer Solaranlage, sondern der Eigenverbrauch.
Der Vergleich ist eindeutig: Eine Kilowattstunde Strom aus dem Netz kostet aktuell um die 30 - 35 Cent, während die Einspeisevergütung nur bei rund 7,78 Cent liegt. Selbst wenn die Direktvermarktung ein paar Cent mehr bringen würde – der Wert des selbst verbrauchten Stroms ist in jedem Fall um ein Vielfaches höher.
Eine typische 10kWp-Anlage produziert am Bodensee etwa 10.000 kWh pro Jahr. Ohne Speicher können davon jedoch nur rund 10 bis 20 Prozent selbst genutzt werden, weil der Großteil des Stroms mittags entsteht, wenn viele Haushalte gar nicht zu Hause sind. Mit einem Batteriespeicher steigt die Quote auf 30 bis 50 Prozent, also deutlich über das Niveau, das sich wirtschaftlich auszahlt.
Doch der größte Treiber für Eigenverbrauch ist etwas anderes: die Wärmepumpe (oder auch das E-Auto).
Warum PV und Wärmepumpe das perfekte Zukunfts-Duo sind
Wer plant, seine Heizung zu modernisieren, bekommt durch die Kombination von Wärmepumpe und PV-Anlage aktuell das leistungsstärkste Energiesystem für die nächsten Jahrzehnte. Die Wärmepumpe nutzt elektrische Energie – und zwar am besten dann, wenn die Sonne scheint. Sie kann überschüssigen PV-Strom in Wärme umwandeln, Warmwasser erwärmen oder den Pufferspeicher laden. Dadurch steigt der Nutzen jeder einzelnen Kilowattstunde Solarstrom enorm.
In Friedrichshafen und am Bodensee arbeiten Wärmepumpen besonders effizient, weil die Region nur wenige extreme Frosttage kennt. Das macht sie zu einer der wirtschaftlichsten Heizlösungen in Süddeutschland – und zu einem Schlüsselbaustein für hohe Eigenverbrauchsquoten.
Gerade im Kontext des Heizungsgesetzes (GEG) und des neuen Modernisierungsgesetzes wird diese Kombination noch attraktiver. Hausbesitzer dürfen weiterhin modernisieren, müssen aber langfristig auf erneuerbare Energien setzen. Die Kombination PV + Wärmepumpe erfüllt diese Vorgaben auf elegante Weise und reduziert gleichzeitig die Heizkosten erheblich.
Warum 2026 das entscheidende Jahr für Photovoltaikanlagen wird
Für viele Haushalte ist 2026 ein Schicksalsjahr. Wer seine Photovoltaikanlage noch vor der Gesetzesänderung installiert, sichert sich die letzte Generation der festen Einspeisevergütung – und damit 20 Jahre lang garantierte Einnahmen, die sich unkompliziert und zuverlässig kalkulieren lassen.
Ab 2027 hingegen wird die Wirtschaftlichkeit stärker schwanken, die Abwicklung komplizierter und der möglicherweise erzielbare Gewinn geringer.
Für alle, die planen, ihr Haus zu modernisieren, energetisch aufzurüsten oder ihre Heizkosten langfristig zu senken, ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die Weichen zu stellen.
Fazit: Solar lohnt sich weiterhin – aber anders als früher
Die Abschaffung der Einspeisevergütung markiert den Beginn einer neuen Epoche der Photovoltaik. Während früher vor allem die Einspeisung im Fokus stand, entscheidet künftig vor allem der Eigenverbrauch über die Wirtschaftlichkeit einer Anlage. Wer seine PV-Anlage clever mit Speicher, Wärmepumpe oder sogar einem E-Auto kombiniert, wird langfristig profitieren – auch ohne klassische Förderung.
Für Hausbesitzer in Friedrichshafen und am Bodensee gilt mehr denn je:
Jetzt ist die beste Zeit, um auf Solarstrom und Wärmepumpe umzusteigen.
2026 bietet die letzte Chance auf maximale Förderungen, einfache Abwicklung und garantierte Einnahmen für zwei Jahrzehnte.
Team Hörmann begleitet Sie auf diesem Weg – von der ersten Analyse über die Installation Ihrer Wärmepumpe bis hin zur perfekten Abstimmung mit Speicher und PV-Anlage.


